Weniger verzetteln! 10 Techniken für mehr Produktivität als Scanner-Persönlichkeit

Nicht verzetteln und trotzdem viele Interessen und Aufgaben gleichzeitig erledigen? Ich habe für Dich meine 10 bewährten Techniken zusammengetragen, die Dir als Scanner-Persönlichkeit dabei helfen, Deine Vielseitigkeit effektiv zu nutzen und gleichzeitig das Verzetteln zu vermeiden.

Als Scanner-Persönlichkeit hast Du viele verschiedene Interessen und Projekte. Sich dabei nicht zu verzetteln, kann eine echte Herausforderung sein. So sehr Dich Deine Vielseitigkeit und Neugier antreiben, manchmal stehen sie Dir auch im Weg, oder? Denn produktiv zu sein, ist für Tausendsassa gar nicht so einfach! Zu leicht lassen wir uns von spannenden Dingen ablenken. Aber zum Glück gibt es einfache Techniken, die Dir dabei helfen können. Wie Du Deinen Fokus gezielt stärken und so produktiver arbeiten kannst, lernst Du in diesem Artikel.

Inhalt:

Sich nicht zu verzetteln, ist für Alleskönner schwierig – und das ist in Ordnung 

In einer perfekten Welt könnte das Leben als Tausendsassa so schön sein: Viel Abwechslung, immer wieder Neues lernen und voller Enthusiasmus durchs Leben gehen. Aber seien wir ehrlich, die Realität sieht manchmal anders aus.

Kennst Du die Angst, eine spannende Möglichkeit zu verpassen? Hast Du einen Hang zum Perfektionismus und gleichzeitig viele angefangene Projekte auf dem Tisch? 

Dann geht es Dir wie vielen von uns.

Wir überschütten uns hochmotiviert mit zu vielen Aufgaben und lassen uns dann durch unsere eigene Begeisterungsfähigkeit schnell ablenken. Und gerne. Im Ergebnis verzetteln wir uns, prokrastinieren (schieben also Dinge vor uns her), der Aufgaben-Berg wird immer höher und das Priorisieren von Tätigkeiten fällt uns schwer.

Neudeutsch hört man heute häufig den Begriff „FOMO“. Die „fear of missing out“ geht an niemandem vorbei. Und als Scanner-Persönlichkeit ist man dafür besonders anfällig. 

Was also tun? Im ersten Schritt darfst Du anerkennen, dass es so ist. Und, dass es okay ist. Immerhin sind wir alle nur Menschen.

Und gleichzeitig gibt es Wege, wie auch Vielbegabte und Vielinteressierte sich weniger verzetteln, ihre Aufgaben besser strukturieren und damit zufriedener und erfolgreicher arbeiten. Und diese schauen wir uns jetzt an.

Erst priorisieren, dann loslegen: Techniken 1-3

Ich weiß, dass Du voller Ideen steckst und am liebsten sofort mit allen loslegen würdest. Leider ist das einer der Hauptgründe, warum wir uns so gerne verzetteln – also versuche, diesem Drang zu widerstehen, wenn Du viel auf der Platte hast. Denn wenn Du erst einmal für Dich geklärt hast, wo Deine Prioritäten liegen und wie Du daraus Deine tägliche Planung ableitest, wird Dir vieles leichter fallen.

Technik 1: Hab Deine mittelfristigen Ziele vor Augen 

„Wo sehe ich mich und meinen Aufgabenbereich in 5 Jahren?“, ist für die meisten Allrounder viel zu weit gedacht. Aber wie sieht es mit den nächsten zwei oder drei Jahren aus? Was steht im nächsten Quartal an? Überlege Dir in regelmäßigen Abständen, was Dir persönlich und bei Deiner Arbeit aktuell wichtig ist. Was macht Dir gerade Spaß, was willst Du erreichen, was darf unter keinen Umständen vernachlässigt werden? Je öfter Du Deine Interessen und Aufgabengebiete wechselst, desto öfter ist so eine Reflexion sinnvoll. 

Egal ob es um Berufliches geht oder um Deine privaten Verpflichtungen und Wünsche: Schreib‘ auf, was sich gerade richtig anfühlt. Noch besser: Visualisiere diese Ziele, damit Du sie noch stärker verinnerlichst und stets vor Augen hast. Vom rein imaginierten Bild über die geklebte Collage bis hin zum KI-generierten Foto findet sich für jeden eine kreative Lösung. 

Mit der DoubleTRAMS-Methode für die Zielformulierung SMARTer Ziele schaffst Du es, Deine Ziele realistisch zu setzen und attraktiv zu formulieren.

Technik 2: Priorisiere kurzfristig 

Die Ziele dienen Dir als Richtungsweiser, aber Du musst auch priorisieren. Wie Du es als Scanner-Persönlichkeit schaffst, gut und effektiv zu priorisieren, zum Beispiel mit der Eisenhower-Matrix, liest Du in meinen Beiträgen über das Priorisieren. Aber Prioritäten lassen sich realistisch nur wochenweise festlegen. Und so mancher Tausendsassa denkt besser auch nur von Tag zu Tag.

Dafür richtig: Worauf willst Du Dich konzentrieren? Welche Aufgabe willst Du heute unbedingt erledigen, damit Du mit einem guten Gewissen ins Bett gehen kannst? Welche Themen willst Du an welchen Tagen weiterverfolgen – und welche bekommen eine Pause? 

Technik 3: Überfrachte Deine Planung nicht 

Damit weder Planung noch Ausführung in Stress enden, halte Deine akute To-Do-Liste so kurz wie möglich. Was nur wenige Minuten dauert, erledige sofort, und schreibe es gar nicht erst auf. Delegiere Aufgaben, bei denen das sinnvoll möglich ist. Und für Projekte und Ideen, die über eine Woche hinausgehen, pflege eine Liste, die von Deiner Tagesplanung losgelöst ist.  

Wichtig dabei: Plane so realistisch wie möglich. Inklusive Pausen, großzügigen Pufferzeiten und Den-Gedanken-Nachhängen-Momenten. 

Aktiv gegen das Verzetteln vorgehen: Techniken 4-6

Mit den ersten drei Techniken bist Du schon ziemlich gut aufgestellt. Trotzdem gehört es zu unserer Persönlichkeit als Tausendsassa, dass wir uns nur allzu gerne wieder von unseren Plänen ablenken lassen. Mit den Gedanken abschweifen oder eine Aufgabe vor uns herschieben, nur um uns gleich in die nächste zu stürzen. (Eine wirksame Methode, wie Du Aufgaben nicht länger vor Dir herschiebst, hörst Du in meinem TAUSENDSASSA-Podcast.) Dem solltest Du daher aktiv entgegenwirken – ohne Dich dabei unter Druck zu setzen. 

Technik 4: Nimm Dir einen Zettel gegen das Verzetteln 

Halte Deinen Kopf frei von der Sorge, etwas Wichtiges zu vergessen. Schreib alle To-Dos auf (analog oder digital – wie es zu Dir passt!), auch die, die noch in weiter Ferne liegen. Und zwar so konkret, wie es heute schon sinnvoll möglich ist. Zerlege große Baustellen in kleine Abschnitte, sodass Du jeden Tag einen kleinen Teil davon in Deine kurzfristige Planung aufnehmen kannst. 

Technik 5: Lass Deinen Ideen Raum 

Wir können nicht verhindern, dass neue Ideen auf uns zukommen. Und ich würde auch niemandem empfehlen, sich die Freude an der eigenen Kreativität zu nehmen. Aber weißt Du, was alles möglich ist, wenn wir erst einmal die Vorfreude genießen? Schreibe Deine Ideen auf, lass sie ein paar Tage oder Wochen liegen und beobachte, was passiert.

Manche Ideen werden sich von selbst verflüchtigen, andere klopfen jeden Tag an Deine Erinnerungstür und wollen so schnell wie möglich in Angriff genommen werden. Und wieder andere bleiben eine gute Idee, die aber zu einem anderen Zeitpunkt besser passt. (Lies hier, wie Du als Scanner-Persönlichkeit Deine Ideen gut managen kannst.)

„Alles zu seiner Zeit“, sage ich gerne. Wir können nicht alles gleichzeitig erledigen. Aber über einen längeren Zeitraum unglaublich viel. Und manches ist einfach später erst dran, oder nie. Auch recht! 

Technik 6: Reduziere Ablenkungen von außen 

Bei Scanner-Persönlichkeiten sind nicht nur die eigenen Gedanken ein Ablenkungsrisiko. Auch den äußeren Ablenkungen erliegen wir oft schneller als andere. Deshalb hilft es auch hier, aktiv gegenzusteuern. Genau zu diesem Thema habe ich Tausendsassa Michael gecoacht und das Coaching für Dich aufgenommen. Du hörst das Live-Coaching zur Vermeidung von Ablenkung im TAUSENDSASSA-Podcast. 

Ein paar einfache, aber wirksame Tricks: Lege das Handy außer Reichweite, schalte Benachrichtigungen aus und schränke Nutzungszeiten technisch ein. Hänge ein Schild an die Tür, wenn Du nicht gestört werden willst (ja, alle dürfen ihre Bürotür auch mal zumachen und nicht erreichbar sein!). 

Auch einen Versuch wert: Stell’ den Bildschirm auf Schwarz-Weiß-Modus – das senkt sofort Dein Interesse. Und ziehe das LAN-Kabel, wenn Du gerade konzentriert an einem Text arbeiten willst und dabei kein Internet brauchst. Räum Deinen Schreibtisch regelmäßig auf und Deinen Desktop am PC leer. 

Verbiete Dir selbst, im Haushalt zu arbeiten, wenn Du eigentlich gerade Deinem Lieblingshobby nachgehen wolltest. Sei ruhig streng mit Dir selbst, wenn Du im Gegenzug Zeit für Muße in Deinem Kalender einträgst. 

Produktivität, die zu Deiner Persönlichkeit passt: Techniken 7-10

Jeder Mensch ist anders. Davon sind Tausendsassa nicht ausgenommen – auch wenn wir an vielen Stellen ähnlich ticken. Wichtig ist daher, dass Du regelmäßig in Dich hineinhörst und Deinen ganz persönlichen Weg zu mehr Produktivität findest. 

Technik 7: Arbeite im Rhythmus Deiner Persönlichkeit  

Bist Du eher morgens oder abends produktiv? – Blocke Dir den entsprechenden Zeitraum im Kalender, und nutze ihn, um mal 2-3 Stunden wirklich konzentriert an einer Sache zu arbeiten. Kannst Du gut mehrere Dinge parallel machen oder eher nacheinander? – Plane entsprechend und denke dabei an Technik 6, reduziere Ablenkungen. 

Neigst Du besonders dazu, ungeliebte Tätigkeiten vor Dir herzuschieben? – Nimm sie Dir als ersten Tagesordnungspunkt vor, sonst kann Dich schon der Gedanke daran davon abhalten, Dich auf die Dir wichtigen Dinge zu fokussieren.  

Technik 8: Halte Deinen Energielevel hoch 

Planen, produktiv und kreativ sein, kostet Energie. Wer übermüdet oder im Dauerstress ist, kann sich schlechter konzentrieren und ist weniger leistungsfähig – auch Scanner-Persönlichkeiten sind davor nicht gefeit. Überlege Dir, wer und was Dir Kraft gibt, und gib diesen Menschen und Aktivitäten eine hohe Priorität. Vielleicht ist es Sport, vielleicht Meditation, Musizieren, Kochen, der Kaffee mit einem Kollegen oder ein kurzer Mittagsschlaf. Lass genau das nicht hinten runterfallen! All das ist fast überall realisierbar, auch im Office. 

Sich Zeit für schöne Dinge zu nehmen und Energie zu tanken, schafft nicht nur körperliche Energie, sondern auch Lebensfreude. Und beides trägt dazu bei, dass wir mehr von dem tun können, was wir wirklich wollen und was uns erfüllt. 

Technik 9: Erlaube Dir, Schluss zu machen 

Das Gegenteil von Energielieferanten sind Aufgaben und Projekte, die wir beginnen und nie zu Ende bringen. Vier hilfreiche Tipps, wie Du Angefangenes zu Ende bringst, hörst Du im TAUSENDSASSA-Podcast. Besonders die Perfektionisten unter uns sind mit sich unzufrieden, wenn sie mit einer Sache nicht weiterkommen. 

Sei also ehrlich zu Dir selbst: Willst Du vielleicht gar nicht mehr an diesem Projekt arbeiten oder hat ein Thema an Priorität verloren? Ist es gerade einfach nicht mehr „dran“? Dann erlaube Dir, damit aufzuhören. Gib es an andere ab oder pack es unvollendet in eine Schublade, einen Karton, einen „Eines-Tages-Vielleicht-Wieder-Stapel“ – egal. Hauptsache, es verschwindet von Deiner To-Do-Liste und aus Deinem Kopf und belastet Dich nicht mehr. 

Technik 10: Feiere Deine Erfolge  

Oft unterschätzen Generalisten im täglichen Hamsterrad, was sie alles schaffen. Überleg einmal, wie viele Projekte Du in den letzten Jahren bearbeitet, wie viele tolle Dinge Du getan und wie viel Du erledigt und selbst gelernt hast. 

Darüber einmal nachzudenken, ist super viel wert! Vielleicht willst Du Deine Erfolge auch dokumentieren und sie regelmäßig aufschreiben, um nichts zu vergessen. Ein solches Tagebuch kann Dir helfen, Dich bei negativen Gefühlen wieder ins Positive zu ziehen, und bei Bedarf anderen zeigen, wie produktiv Du warst. 

Und feiere, genieße und sei stolz auf Dich. Produktivität sollte keine Qual sein, sondern das Ergebnis davon, dass Du als Tausendsassa glücklich, erfolgreich und zufrieden bist. 

Fazit: Kreativ produktiv als Tausendsassa 

Ja, es ist eine Herausforderung, als Scanner-Persönlichkeit ohne Ablenkung fokussiert zu arbeiten und sich nicht zu verzetteln. Aber: Es ist durchaus möglich. Mit den richtigen Strategien kannst Du Deine Produktivität deutlich steigern und Deine Interessen erfolgreich verfolgen. Und das mit Freude!  

Wenn Dich das Aufschreiben Deiner mittelfristigen Ziele (Technik 1) zu viel Überwindung kostet, beginne mit einer anderen der 10 Techniken. Auch ohne eine Agenda kannst Du damit wesentlich produktiver werden. Nutze Deine Vielseitigkeit und Neugier, um mit Deinen Stärken effektiv zu arbeiten! Du kannst viel mehr als Du denkst, da bin ich sicher. 

Und wenn Du während der Arbeit feststellst, dass Dir der innere Antrieb zu mehr Produktivität fehlt, ist es vielleicht an der Zeit zu hinterfragen, ob dieser Job wirklich zu Dir passt.

Dein TausendsassaCoach

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